Alpiner Kultursommer - Stad Artistic - Greina 2004 - Pressestimmen
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30.06.2004: Bündner Tagblatt Kunstgäste reflektieren die Greina-Landschaft.

Kunstgäste reflektieren die Greina-Landschaft

Kunst und Natur im Dialog: 26 Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Schweiz setzen sich mit der Landschaft der Greina auseinander.

Von Prisca Haldner

In Form von Istallationen, temporären Objekten und Performances haben sich Kunstschaffende an einen Dialog mit der eindrücklichen Greina-Landschaft gewagt - die sehenswerte, kulturell und geografisch hochstehende Ausstellung ist der initaitiven SAC-Sektion Piz Terri und der Fundaziun da Cultura Val Lumnezia zu verdanken, die im Frühling einen Wettbewerb für Kunstschaffende ausgeschrieben hatten.

Performance von Luis Coray (Foto: Prisca Haldner) Performance von Luis Coray (Foto: Prisca Haldner).

Überrascht waren die Initianten des Kunstwettbewerbs, Leo Candinas und Toni Collenberg von der SAC-Sektion Piz Terri, vom grossen Echo, das der ausgeschriebene Wettbewerb erhielt. Die Greina ist scheinbar noch immer eine Landschaft, die im Bewusstsein vieler verankert ist und mit der eine Auseinandersetzung aufzunehmen sich lohnt. Über 100 Künstlerinnen und Künstler nahmen am Wettbewerb teil - ein Kunstwerk, das im Zusammenhang mit der Landschaft der Greina steht und dessen Material über die steilen Zugangswege selbst heraufgetragen werden muss, waren Bedingungen dazu. Die Jury hatte es nicht leicht, aus den vielen Werken die Auswahl zu treffen - zahlreiche Interessierte kontnen sich aber anlässlich der Vernissage am Sonntagmorgen von der hohen Qualität und Geschlossenheit der ausgestellten Werke überzeugen, die in ihrer Vielfalt eine höchst sehenswerte, interessante Ausstellung ergeben in der imposanten alpinen Landschaft.

Malerei neben Installationen

Mit feinen Zeichnungen und Aquarellen wurde von zwei Künstlerinnen auf die Landschaft reagiert. Regula Vollenweider-Wepfer stellt «Mein Hüttenbuch» mit Skizzen, Aquarellen, poetisch gefassten Gedanken und biografischen Bezügen in einem «Steinfraueli», den «Steinmännli» nachgeahmt, in einem Metallbehälter auf dem Weg zum Muot la Greina aus. Die Künstlerin Katrin Schär lässt ihre feinen Zeichnungen auf kleinen Notizpapier-Streifen in der Terrihütte zwischen Holzofen und Hütteninterieur wirken. Der Fotograf Thomas Popp stellt seinen Eindruck von der Greina in einer eigenwilligen Fotografie in der Hütte aus. Mit grossem - auch körperlichem - Einsatz haben die verschiedenen Künstler, die ihre Werke als Installationen einrichteten, ausgestellt. Eine Höhenlinie - mit Pickel und Bauwerkzeugen in die Erde und den Schnee gegraben, auf der Höhe der Terrihütte, lässt auf beiden Seien des Tals die Höhe über Meer in der Landschaft als sichtbares Zeichen auftreten, das den zweidimensionalen Aspekt vom Kartenlesen sichtbar n die Dreidimensionalität der Umgebung bringt. Das Phänomen des «Informationsgewinns durch Distanz bzw. Informationsverlust durch Nähe» hat den Künstler Hansjörg Steinmann zu diesem Spiel mit dem Gedanken von der Wahrnehmung in der Distanz und Nähe veranlasst. In der Dämmerung wurde diese Linie denn auch noch mit Lichtern ausgelegt - was seiner Installation «Waagrecht» zusätzlich eine mystische Dimension verlieh.

Stimmung der Landschaft

Therese Rothenbühler hat mit ihrer Installation «Paravento», als Windharfe, die Stimmung der Landschaft - getragen durch den Wind in feinen, mit durchsichtigen Plastikschnüren gespannten Fäden, eingefangen - oder - weiterzugeben versucht.
Die «Matrixflaggen» von Gregori Bezzola nehmen ebenfalls auch den Wind als Mitgestalter der Installation auf - im Sonnenlicht und Wind lassen die beweglichen, kleinen, roten Fahnen Energielinien sichtbar werden in der Geländeböschung gegenüber der Terrihütte.
Performances rundeten die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Landschaft ab. Einen sehr persönlichen Bezug zur Greina stellte Luis Coray in seiner Performance am Sonntagmorgen dar. Als Hirtenjunge hatte er als Kind im Sommer auf der Greina gearbeitet und erzählte die Geschichten, die er auf Pergament aufgeschrieben hatte, die zunächst um Hirten-Haselstäbe gewickelt waren, dem Publikum. Mit den Gegenständen, die zum Hirtendasein gehören, die er aus den Rucksäcken in der Mitte seines Performance-Kreises zog, wurde die Stimmung der Geschichten in ein anschauliches Ritual umgesetzt. Mit Alphornklängen in improvisierter Form und dem Publikum als Chor wurde der akustische Teil dazu geliefert.
Die Organisatoren des Wettbewerbs, Leo Candinas und Toni Collenberg mit ihren Mitarbeitern/-innen, die sehr viel Initiative, Zeit und Arbeit in den Aufbau dieses Kultur-Events auf der Greina setzten, freuten sich über die grosse Resonanz, die der Wettbewerb fand - auch bei der gut besuchten Vernissage bei strahlendem Wetter unter freiem Himmel neben der Terrihütte.
In einem Publikumswettbewerb ist jede Besucherin und jeder Besucher eingeladen, die persönlichen Kunstwerk-Favoriten zu bestimmen, die dann zum Schluss der Ausstellung prämiert werden.
Am 21./22. Aguust ist die Preisverleihung, umrahmt von einer literarisch-musikalischen Veranstaltung unter freiem Himmel und in der Terrihütte mit Beiträgen von Leo Tuor, Gian Rupf und René Schnoz.
Am 20. August findet im Rahmen von «Kultursommer Griena» ein öffentlicher Anlass in Vrin statt.


© Südostschweiz, Chur

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