Alpiner Kultursommer - Stad Artistic - Greina 2004 - Pressestimmen
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23.08.2004: Südostschweiz - Ausgabe Graubünden Zwischen Mensch und Landschaft (S. 24)



Zwischen Mensch und Landschaft

Im Rahmen des von der Sektion Piz Terri des Schweizerischen Alpen-Clubs veranstalteten Kultursommers haben über das Wochenende in Vrin Kulturtage der besonderen Art stattgefunden.


VON BRIGITTE SCHMID-GUGLER

Mit einem vielseitigen Programm wollen die Veranstalter kulturell neue Schwerpunkte setzen und Natur- und Kunstliebhabern die Greina-Region näher bringen. Bereits im Juni war auf dem Muot la Greina und im Gebiet Carpet la Greina die Ausstellung von Künstlerinnen und Künstlern aus der Schweiz und aus Deutschland eröffnet worden. Aus ihrem jeweils individuellen Blickwinkel treten ihre Werke in Auseinandersetzung mit Landschaft und Natur.

Als Höhepunkt des Kultursommers wurden am Samstagabend in der Terrihütte während eines festlichen Akts mit Musik und der «Dramatischen Lesung » von René Schnoz und Gian Rupf die Preise für die ausgewählten Werke verliehen. Schliesslich fanden gestern während einer Wanderung quer durch die Greina Begegnungen mit den Kunstschaffenden und ihren Werken statt.

Ein Klangarsenal

Am Freitagabend hatte die dreitägige Veranstaltungsreihe in Vrin ihren Anfang genommen. In der «Halla da Vrin» fand ein Konzert mit dem aus Basel stammenden weltbekannten Perkussionisten Fritz Hauser statt. Hauser machte in Graubünden immer wieder von sich reden, so etwa mit seiner Klanginstallation «Sounding Stones » in der Therme Vals oder die am gleichen Ort aufgeführten Performances gemeinsam mit der Tänzerin und Choreografin Anna Huber. Im Eintauchen in die Stimmung des Abends – aufreissende Regenwolken im Tanz mit vorüberziehenden Nebelschwaden, dazwischen gleissende Lichtfetzen, das Abendgeläut der Kirche von Vrin – nahm Hauser mit Schlagzeug und Trommeln die Klänge des Tals und seiner Berge mit seiner ästhetisch- musikalischen Handschrift virtuos auf.

Peripherie und Zentrum

In seinem Referat unter dem Titel «Landschaft und Mensch» befasste sich der einheimische Architekt und Assistenzprofessor an der ETH, Gion A. Caminada, mit den Fragen um die Identität von peripheren Gebieten. Die Grundlagen für ein Überleben in Berggebieten seien nur gewährleistet, wenn Eigenständigkeit und Autonomie im Alltag lebbar würden, sagte Caminada. Die «fassbare Schönheit» dieser und anderer Bergtäler müsse eingebunden sein in eine verträgliche Regional- und Landschaftspolitik, mit einem Neben- und Miteinander von gemeinschaftsfördernder Planung. Der periphere Bewohner drohe zum Diener von urbanen Menschen zu werden, wenn er trotz vorhandener Ressourcen an den existenziellen Rand gedrängt werde, erklärte Caminada weiter. Wertschöpfung der Bauern, ihrer Produkte sowie der Kulturlandschaft als wichtigster Speicher bildeten die Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben in Berggebieten


© Südostschweiz, Chur

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